Drama um Tibet! Newsletter aus Dharamsala

März 30, 2008

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Kaum verreist man mal, schon überstürzen sich  die Ereignisse: das Drama um Tibet!Man will es ja kaum glauben, dass ein Land wie China, das in den letzten Jahren eine so gigantische Entwicklung durchgemacht hat, eine Führung scheinbar von gestern hat. Das Vokabular bezüglich Tibet spricht leider dafür! Eine Lösung für die Zukunft zu suchen (mit dem DalaiLama als Integrationsfigur), damit auch Tibeter die eigene Kultur in ihrer Heimat leben können, existiert in diesen Konzepten wohl gar nicht. – Das passt doch nicht zu diesem modernen, international ausgerichteten Land! 

Von meiner Freundin Reny ein Newsletter aus Dharamsala

Heute morgen hatten wir eine starke Demo: die Inder aus McLeod Ganj haben zum erstenmal mitgemacht, alle Geschaefte waren bis 12 geschlossen, und die Inder haben Seite an Seite mit den Tibetern die Slogansgerufen: Dalai Lama – sindabad (lang lebe…), release – Panchen Lama, what we want – we want freedom, U N O- we want justice usw.

Das ist fuer diesen Ort eineSensation! Denn die beiden Bevoelkerungsgruppen leben keineswegs ohne Spannungen miteinander. 

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Die Hungerstreikenden machen auch weiter, im Tempel sind weiter Pujas und Gebete rund um die Uhr.

Gestern abend war ein Lichtermarsch, heute abend ist wieder einer. Die Internetcafes sind immer voll, es gibt nur ein Thema. Inzwischen hat fast jeder hier eine tibetische Flage, gross oder klein, auch die Auslaender gehn fast alle“mit Flagge“. Hier ist es leicht, zu demonstrieren und seine Meinung zu zeigen…

Aus Tibet kommen wenigNews. Alles was reinkommt und abgehoert wird, wird sofort veroeffentlicht und an die Strassen oder diegeschlossenen Rollaeden gehaengt, aber da ist fastnichts Neues. Die tibetischen Geschaefte sind noch immer alle geschlossen, auch die meisten Restaurants. Wie lange die das noch durchhalten?

Gestern hatten wir hohen US-Besuch: dieKongresssprecherin Nancy Pelosi, eine demokratischeSpitzenpolitikerin, war hier mit einigen Abgeordneten, in 14 Autos kamen kamen sie durch die mit tibetischen, amerikanischen und indischen Flaggen geschmueckteStadt, bejubelt von den Tibetern.  Nach Gespraechen mitHis Holyness und Besuch in der tibetischen Schule sind sie gleich am Nachmittag wieder abgerauscht, im eigenen Flugzeug. Man sah ein bisschen Hoffnung aufmanchen tibetischen Gesichtern. Aber die meistenschauen ernst.

Die jungen Tibeter, die die Parolen rufen, haben fast keine Stimme mehr, ich hab Geld fuer Bonbons gegeben.

Die Bilder aus Tibet erinnern mich sehr an dieZerschlagung des Prager Fruehlings 1968. Und heute istTschechien ein freies Land, und die Slowakei auch!

So, das waers mal wieder. Ein schoenes Intervie mitdem Dalai Lama hab ich in Newsweek gelesen.Viele Gruesse aus unserer revolutionaeren „Idylle“(verglichen mit inside Tibet…)

Reny

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